Begegnung mit einem erdnahen Objekt

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Weekly Science Update – Übersetzt von Harald Horneff

Eine Aufnahme des Asteroiden Gaspra, der in seiner längsten Stelle etwa 16 Kilometer mißt. Eine neue Arbeit erörtert die Bedeutung des Auffindens der meisten erdnahen Asteroiden, von denen heute nur geschätzte 10% bekannt sind. NASA GSFC

 

Eines der erreichbarsten Ziele der menschlichen Raumfahrt ist eine Begegnung mit einem erdnahen Objekt, einem Near Earth Object (NEO). NEOs sind Asteroide oder Kometen, deren Umlaufbahnen nah an die Erdumlaufbahn heranführen. Ein NEO könnte eines Tages mit der Erde kollidieren – und es gibt ungefähr 6.000, von denen man weiß, daß ihr Durchmesser mehr als 100 Meter beträgt und der Vermutung, daß über zehn Mal so viel existieren könnten. Der Einschlag eines auch nur ein Kilometer großen NEO würde vermutlich einen durchschnittlich großen Staat zerstören und dies ist natürlich ein Grund, um NEOs zu untersuchen. Aus dem Blickwinkel der reinen Wissenschaft sind NEOs wichtige uns benachbarte Vertreter des jungen Sonnensystems.

Eine bemannte Mission zu einem NEO wird zurzeit von der NASA geprüft. Betrachtungen zur menschlichen Raumfahrt bieten einen zusätzlichen Grund, NEOs zu studieren. In futuristischen Szenarien können, wenn sie in der Nähe sind, ihre Rohstoffe zum Nutzen von Raumfahrzeugen abgebaut werden (Treibstoff, lebenserhaltende Maßnahmen, Baumaterialien) oder wirtschaftliche Verwendung finden. Natürlich würde eine solche Mission einen NEO zum Ziel haben, der (zum Zeitpunkt der Begegnung) sich ziemlich dicht bei der Erde befindet und so den benötigten Treibstoff vermindert und sich in Bezug auf die Erde nicht zu schnell bewegt. Jedoch ist diese erreichbare Klasse von NEOs schwer zu entdecken. Da ihre Umlaufbahnen sehr erdähnlich sind, sind ihre Bewegungen denen der Erde ebenfalls sehr ähnlich. Daher befinden sie sich die meiste Zeit am Taghimmel und nicht im Nachtschatten der Erde und sind somit schwer auszumachen. Nur etwa fünfundsechzig solcher NEOs sind bis jetzt bekannt; dies läßt der NASA nur eine bescheidene Auswahl, um daraus Objekte mit Eigenschaften von Interesse, wie die Zusammensetzung, auszuwählen.

Vier Astronomen, darunter Martin Elvis und Jonathan McDowell vom CfA, begutachten den Fall des Besuchs eines erreichbaren NEOs und fassen die statistischen Daten zusammen. Sie schätzen auf Grund der NEO-Forschung, daß vermutlich zehn Mal so viel dieser erreichbaren NEOs noch zu entdecken sind und folgern, daß eine speziell für die Suche nach solchen NEOs vorgesehene Durchmusterung Vorrang bei der NASA haben sollte. Nicht nur würde es helfen, die Örtlichkeit eines möglichen zukünftigen Besuchs durch Astronauten zu bestimmen, solch eine Untersuchung würde auch unser Verständnis der Eigenschaften von NEOs im Allgemeinen verbessern, wenn wir sie als Spurensucher für die Bedingungen im jungen Sonnensystem nutzen.

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