Beobachtung einer Supernova, die kommt und geht

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Weekly Science Update – Übersetzt von Harald Horneff

Eine Aufnahme der Galaxie NGC 2770 mit der Lage der Supernova 2008D (sowie eine frühere Supernova, 2007uy; die Sterne in dem Feld sind nummeriert, um die Positionen der Supernovae genau ermitteln zu können). Astronomen haben diese Explosion nachgebildet, die sich aus einem massereichen Stern mit einer vergleichsweise seltenen, kleinen äußeren Hülle entwickelt. Modjaz et al. 2009 und das Fred L. Whipple Observatory

 

Supernovae, das explosive Ende massereicher Sterne, verteilen im Weltraum all die chemischen Elemente, die im Inneren des Vorläufersterns aufgebaut wurden. Zudem lassen die gewaltigen Explosionen selbst die meisten Elemente im Periodensystem oberhalb des Eisens entstehen und zerstreuen diese ebenfalls. Allein schon die Anreicherung des Universums mit Elementen macht Supernovae zu ausgesprochen wichtigen Mitwirkenden am kosmischen Ökosystem. Eine Klasse von Supernovae (Typ Ia) bietet jedoch noch einen weiteren Vorteil: sie gelten als „Standardkerzen“ und werden von Astronomen genutzt, um die Abstände zu fernen Galaxien, deren Supernovae auf Grund der großen Entfernung lichtschwach erscheinen, abzuschätzen und helfen somit, die kosmische Entfernungsskala zu eichen.

Wegen der Bedeutung von Supernovae wollen Astronomen ganz genau alle Wege verstehen, auf denen Sterne explodieren. Jedoch dauert das Maximum der Explosionen in der Regel nur ein paar Tage. Falls Astronomen nicht schnell genug sind, das sich rasch ändernde Verhalten einer Supernova zu erkennen und zu messen, wird sie allmählich verschwinden und die Mechanismen, die für ihre Helligkeit verantwortlich sind, werden sich postwendend verflüchtigen.

Im Astrophysical Journal vom 01. September 2009 berichtet eine große Astronomengruppe von umfangreichen Beobachtungen an einer vor kurzem erfolgten Supernova, die vom Röntgen- bis zum Infrarotbereich beobachtet wurde. Die stellare Katastrophe wurde zum Glück kurz nach dem Beginn durch den Satelliten Swift entdeckt, der für eine Mission speziell zur Suche nach energiereichen, kurzlebigen Ereignissen konzipiert wurde; die Mission hatte bereits eine andere Supernova in der selben Galaxie untersucht. Die Entdeckung ermöglichte es dem Team, mit dem Sammeln von Daten zu beginnen, fünf Stunden bevor die ersten flüchtigen Röntgenstrahlen gemessen werden konnten und lange bevor die Helligkeit ihr Maximum erreichte; sie setzten die genauen Aufzeichnungen über die Supernova für weitere 150 Tage fort.

Der verhältnismäßig vollständige Datensatz des Teams ermöglichte es, die Natur der Supernova zu bestimmen. Sie begann, obgleich ein massereicher Stern durch das Vorhandensein einer nur kleinen äußeren Hülle geprägt war. Dieser Supernova-Typ ist vergleichsweise selten und frühere Beobachtungen dieses Typs lieferten nur mäßige Informationen über die frühesten Abschnitte der Entwicklung. Die neuen Resultate ermöglichen es den Astronomen, die Größe des Vorläufersterns, Asymmetrien in den Ausströmungen und weitere Einzelheiten abzuschätzen, die unser Verständnis dieser entscheidenden kosmischen Phänomene vergrößern.

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