Bruchstücke fallen auf die Sonne

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Weekly Science Update – Übersetzt von Harald Horneff

Eine Aufnahme eines Ausschnitts der aktiven Sonnenkorona im ultravioletten Licht, entstanden mit dem Solar Dynamics Observatory. Ein riesiger Flare ist zu sehen, die Erde ist im gleichen Maßstab eingefügt.

 

Sterne entstehen, wenn die Schwerkraft in einer interstellaren Wolke Gas und Staub zusammenzieht, bis das Material Klumpen entwickelt, die dicht genug sind, um Sterne zu werden. Auch nachdem ein Stern beginnt, seinen Kernbrennstoff zu verbrauchen, legt er weiter an Masse zu, da er Materie aus seiner Geburtswolke ansammelt – sowie von einem sich entwickelnden Ring aus zirkumstellaren Material. (Die Scheibe kann später Planeten hervorbringen.) Die Akkretion von Materie aus der zirkumstellaren Scheibe auf die Sternoberfläche spielt, so die Erwartung, eine wichtige Rolle bei der Entstehung des Sterns, besonders in ihren späteren Abschnitten, aber der Vorgang ist bei anderen Sternen sehr schwer zu messen; dies läßt die Wissenschaftler über viele Einzelheiten im Unklaren.

Man vermutet, daß junge Sterne niedriger Masse über magnetische Trichter mit ihren zirkumstellaren Scheiben in Wechselwirkung treten. Die Menge an heißem Plasma nimmt entlang der Trichter zu und stürzt mit Geschwindigkeiten von Hunderten Kilometern pro Sekunde auf die Sternoberfläche. Ein Großteil der Hinweise auf diese Akkretion kommt von erhöhter Strahlung bei infraroten, optischen, ultravioletten und sogar Röntgenwellenlängen. Gegenwärtige Modelle deuten darauf hin, daß ein Einschlagsgebiet wegen des Wechselspiels von Strahlung und heißem Gas ziemlich komplex aufgebaut ist. Modellen zufolge ist das einfallende Material, nachdem es auf die Oberfläche geprallt ist, Millionen Grad heiß und sinkt teilweise in die Chromosphäre des Sterns. Der Einschlag kann auch heftige Bewegungen antreiben und Material in die umgebenden koronalen Strukturen zurückwerfen. Die Strömungen könnten sowohl bei der Dichte als auch der Geschwindigkeit hoch strukturiert sein und in ungleichmäßigen Einschlagstellen münden.

All diese Ideen sind jetzt getestet worden, zum Teil dank des 2010 gestarteten, bemerkenswerten Satelliten Solar Dynamics Observatory, bei dessen Instrumentenentwicklung auch Forscher vom SAO beteiligt waren. SAO-Astronomin Paola Testa und vier Kollegen schreiben in der Ausgabe #341 des Journal Science von der Entdeckung, daß Teile an herausgeschleudertem Material von einem solaren Flare auf die Oberfläche der Sonne zurückfielen und heftige Strahlungsausbrüche hervorriefen, ähnlich denen, von denen man vermutet, daß sie bei jungen Sternen auftreten. Die Wissenschaftler stellten den Einfall nach und fanden eine gute Übereinstimmung zwischen den Modellen und den Beobachtungen. Wie es scheint, werden Untersuchungen an unserer eigenen gealterten Sonne helfen, das Geheimnis um die Entwicklung junger Sterne zu lösen.

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