Das Umfeld eines massereichen Schwarzen Lochs

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Weekly Science Update – Übersetzt von Harald Horneff

Die Galaxie NGC 1365. Im Kern liegt ein massereiches Schwarzes Loch, das hell im Röntgenlicht strahlt. Astronomen haben die Ausdehnung der Region gemessen, indem sie kleine umlaufende Wolken beobachtet haben, die vor der Region vorbeizogen und die Röntgenemission blockierten. SSRO-South (R. Gilbert, D. Goldman, J. Harvey, D. Verschatse), PROMPT (D. Reichart)

 

Nahezu alle Galaxien, so vermutet man, besitzen in ihren Kernen massereiche Schwarze Löcher, die Millionen oder gar Milliarden Sonnenmassen an Material enthalten. Die Größe, der Aufbau und die physikalischen Eigenschaften der das Zentrum umgebenden Gebiete werden jedoch auf Grund ihrer Bedeutung heftig diskutiert: Aktivität aus der Region kann riesige bipolare Jets aus Teilchen antreiben, Sternentstehung anregen und die zukünftige Entwicklung einer Galaxie bestimmen.

Dreizehn Astronomen benutzten einen Röntgensatelliten, um den Kern einer Röntgenstrahlung aussendenden Galaxie anzupeilen, dessen Helligkeit sich bekanntermaßen ändert. Sie sahen, daß der Kern in weniger als einem Tag eindrucksvoll aufflackerte –bei einigen Röntgenwellenlängen um den Faktor fünf. Unter Verwendung ihrer Modelle war es ihnen auf überzeugende Weise möglich zu ermitteln, daß eine Anzahl von für Röntgenlicht undurchlässiger, kleiner Wolken das Schwarze Loch vermutlich umkreist. Sie entdeckten, daß die Ausdehnung der Region, die die Röntgenstrahlung aussendet, wohl eher klein ist – ungefähr ein Drittel einer AE (die Größe der Erdumlaufbahn um die Sonne) – während die Wolken selbst dem Anschein nach etwa 80 AE vom Schwarzen Loch entfernt gelegen sind. Die Ergebnisse richten sich direkt an hypothetische Modelle der Aktivität eines Kerns mit einem massereichen Schwarzen Loch und stützen das herkömmliche Verständnis dieser kraftvollen, aber rätselhaften Objekte.

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