Der Wind rotierender Sterne

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Weekly Science Update – Übersetzt von Harald Horneff

Astronomen haben erfolgreich bestimmte Eigenschaften der Magnetfelder (dargestellt in Form dunkler Linien) von Sonnenflecken (farbige Gebiete), die mit dem Breitengrad der Flecken auf einer Sternoberfläche variieren, nachgestellt und berechneten die Auswirkungen dieser Felder auf den Wind des Sterns und die Rotationsrate. Cohen et al., 2009

 

Sterne rotieren um sich selbst. Die Sonne zum Beispiel benötigt etwa fünfundzwanzig Tage für eine Umdrehung, wie aus der Beobachtung ihrer dunklen Sonnenflecken, die über die Scheibe wandern, ersichtlich ist. Sternwinde, auch bei der Sonne, spielen beim Abbremsen dieser Eigendrehung eine Rolle, eine Eigenschaft der Winde, die sich vielleicht weniger spektakulär als ihr Transport von geladenen Teilchen in den Raum darstellt, aber nicht weniger wichtig ist, da die Winde und die Eigendrehung die Entwicklung eines Sterns beeinflussen. Dies alles geschieht im Wesentlichen infolge der Magnetfelder eines Sterns. Die Felder sind dabei behilflich, den Wind eines Sterns anzutreiben; da aber die Magnetfelder von der stellaren Oberfläche durch die heiße Korona nach außen bis in die ausgedehnte Atmosphäre Schleifen bilden und verdrillen, spielen sie beim „Mitziehen“ oder Abbremsen der stellaren Rotation ebenfalls eine Rolle. Jene dunklen Sonnenflecken sind genau die Orte, an denen die Magnetfelder der Sonne am aktivsten sind und die Flecken ändern in starkem Maße das Magnetfeld und den Aufbau des Windes, die für das Mitziehen verantwortlich sind. Zumindest ist dies die Vorstellung der Astronomen und beruht auf Näherungsmodellen, in denen die stellare Oberfläche einen symmetrischen Körper darstellt.

Vier Astronomen haben soeben eine neue Untersuchung über stellare Winde, Magnetfelder und den Abbremseffekt veröffentlicht. Sie entwickeln die gängigen Vorstellungen durch Einführung eines realistischen Modells weiter, das erstmals die Auswirkungen unterschiedlicher Positionen von Sonnenflecken berechnet – einige liegen nahe am Äquator des Sterns, andere dagegen näher an den Polen. Ihre Ergebnisse besagen, daß die Lage eines Flecks eine erhebliche Wirkung auf die großräumige Struktur des Winds und die Beziehungen zwischen diesen verschiedenartigen Faktoren von Magnetfelder, Abbremseffekt und Windeigenschaften hat. Die neuen Ergebnisse sind wichtig, da der Einsatz realistischer Modelle hilft aufzuklären, wie Magnetfelder die Eigendrehung eines Sterns verlangsamen. Die Gruppe stellt zudem fest, daß die Verlangsamung der Rotation speziell durch Flecken größer ist, die in den Polregionen gelegen sind.

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