Die Galaxis im fernen Infrarot

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Weekly Science Update – Übersetzt von Harald Horneff

Ein mit Herschel gewonnenes, Dreifalschfarbenbild (blau = 70 Mikron, grün = 160 Mikron, rot = 250 Mikron) einer Region der Milchstraße mit einer gewaltigen Sterngeburtsstätte im Sternbild Vulpecula. Im Jahr 2009 gestartet, wurden die ersten mit Herschel gewonnenen Resultate letzte Woche angekündigt und die zugehörigen Manuskripte werden in einer künftigen Sonderausgabe von Astronomy and Astrophysics erscheinen. ESA, NASA und das Herschel Hi-Gal Team

 

Unsere Milchstraße enthält wie andere Spiralgalaxien reichlich Staub in ihren Spiralarmen. Der Staub verschluckt Sternlicht, blockiert dadurch unsere optische Sicht, strahlt aber gleichzeitig die absorbierte Energie im fernen Infrarot wieder ab. Eine Folge ist, daß paradoxer-weise viele stellare Geburtsstätten in Molekülwolken in der ganzen Galaxis kaum je bei den Wellenlängen untersucht worden sind, in denen der Staub am hellsten strahlt.

Das Herschel-Weltraum-Observatorium ist ein die Erde umkreisendes, auf tiefster Temperatur gehaltenes Teleskop mit einem Durchmesser von 3.5 Meter und mit Kameras und Spektrometer ausgestattet, die das gesamte elektromagnetische Band im fernen Infrarot abdecken – die vier Oktaven des infraroten Lichts, vom kurzwelligen Infrarotbereich, der direkt an das sichtbare Licht angrenzt bis hin zum Submillimeterband. Mehrere auf Satelliten montierte Observatorien haben über die vergangenen Jahrzehnte erfolgreich begonnen, dieses rätselhafte Strahlungsband zu untersuchen; jedoch fehlte allen vorausgegangenen Observatorien Herschel’s große Lichtsammelfläche, ein umfassender Wellenlängenbereich und eine genügend große Instrumentenauswahl, sodaß viele Fragen unbeantwortet geblieben sind.

Letzte Woche nahm die Zeitschrift Astronomy and Astrophysics (Vol. 518 {July-August 2010} Herschel: the first science highlights) eine ganze Artikelserie mit ersten spektakulären Ergebnissen von Herschel zur Veröffentlichung an. Weekly Science Update berichtete am 13.05. über extragalaktische Ergebnisse. Hier wird auf eine Serie an Abhandlungen über unsere eigene Galaxis hingewiesen; es sind die ersten Ergebnisse einer vollständigen Kartierung vom inneren Drittel der Ebene der Milchstraße im fernen Infrarot. Die bis jetzt von dieser Untersuchung erhaltenen Bilder haben zum ersten Mal gewaltige Wolken aus sehr kaltem Staub und Gas (nur einige zehn Kelvin über dem absoluten Nullpunkt) erkennen lassen, die offenbar die allerersten Stadien zukünftiger Sterne entwickeln.

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