Eine Fülle an Molekülen in einer außergewöhnlichen Galaxie

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Weekly Science Update – Übersetzt von Harald Horneff

Eine Hubble-Aufnahme der Galaxie Arp 220, das hellste Objekt in unserem lokalen Universum. Ein Team untersuchte mit dem Submillimeter Array die Gaskomponente in dieser Galaxie und kam zu dem Schluß, daß Ausbrüche an Sternentstehung ihre spektakuläre Energieumwandlung antreiben. NASA und Hubble

 

Arp 220 ist die der Milchstraße am nächsten gelegene Galaxie mit einer extremen Leuchtkraft, die zu mehr als etwa das 300-fache unserer eigenen Galaxis ermittelt wurde. Einige spektakuläre Galaxien weisen Werte bei der Leuchtkraft auf, die sogar noch 10-mal größer sind. Astronomen stellen noch immer die Gründe für diese gewaltigen Energieausstöße zusammen und versuchen gleichzeitig zu klären, weshalb unsere eigene Galaxis beim Energieausstoß so zurückhaltend ist. Die beiden Hauptverdächtigen für die Energieumwandlung sind Sternentstehungsausbrüche, die viele heiße junge Sterne hervorbringen sowie Prozesse, die mit Akkretion von Material auf ein supermassereiches Schwarzes Loch in einem galaktischen Kern in Verbindung stehen. Arp 220 ist das nächstgelegene Beispiel und einer der besten Orte, um diese Vorstellungen zu überprüfen.

Ein Team aus zehn Astronomen hat das Submillimeter Array (SMA) eingesetzt, um damit die erste unbefangene Galaxiendurchmusterung der Molekül- und Atomlinien durchzuführen. Sie erfassten ein lückenloses, umfangreiches Wellenlängenintervall im Millimeterbereich, das durch die irdische Atmosphäre hindurch zugänglich ist. Die Gruppe berichtet, 73 spektrale Merkmale von 15 Molekülarten in diesem durchmusterten Band gefunden zu haben. Beachtliche 28% des gesamten elektromagnetischen Flusses aus dieser Galaxie stammt aus diesem Band von diesen 15 Molekülen. Dem SMA gelangen zudem Bilder der Galaxie bei jedem dieser vielen Wellenlängen.

Die Ergebnisse sind mit der Leuchtkraft von Arp 220, die hauptsächlich durch Sternentstehung verursacht wird, vereinbar. Die aus den Beobachtungen abgeleitete Chemie der Galaxie führt ebenfalls zu dieser Schlußfolgerung, da die Molekülarten, die in der Regel bei Sternentstehung verstärkt auftreten, eindeutig gemessen wurden. Zudem erscheint es, daß ein solcher Aktivitätsausbruch gegenwärtig stattfindet. Das Team schätzt für diese außergewöhnliche Galaxie, daß mehrere Millionen aktive Gebiete innerhalb eines ziemlich kleinen Volumens (ein paar Tausend Lichtjahre) um den Kern lokalisiert sind. Die neuen Resultate sind ein wichtiger Fortschritt in unserem Verständnis darüber, was extreme Galaxien mit Energie versorgt und wie sie sich von der Milchstraße unterscheiden.

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