Erdnahe Objekte

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Weekly Science Update – Übersetzt von Harald Horneff

Erdnahe Objekte (NEOs = Near Earth Objects) sind asteroiden- oder kometenartige Körper im Sonnensystem, deren Umlaufbahnen sie manchmal nahe an die Erdumlaufbahn heranführen. Ein NEO könnte daher eines Tages mit der Erde kollidieren. Da der Einschlag eines sogar nur ein Kilometer messenden NEOs vermutlich einen Staat zerstören würde, hat die NASA 1998 ein Zehn-Jahresprogramm mit dem Ziel gestartet, 90 % aller geschätzten NEOs, die größer als ein Kilometer sind, aufzufinden und die Eigenschaften zu messen. Das Problem liegt aber darin zu wissen, wie viele NEOs man zu erwarten hat und wann man sich sicher sein kann, alle erfasst zu haben.

Gegenwärtig sind zehn Teleskope weltweit für die laufende Suche nach NEOs zweckbestimmt und ihre Arbeit ist nicht gerade besonders einfach. NEOs sind klein und, bis ihre Umlaufbahnen sie schließlich nahe an die Sonne heranführen, sehr lichtschwach. Doch dann sind sie oft schwer zu sehen, weil sie direkt auf der Sichtlinie zur hellen Sonne liegen können.

In einer neuen Arbeit, veröffentlicht im Band 193 der Zeitschrift Icarus, haben Hong-Kyu Moon, Yong-Ik Byun, Sean N. Raymond und Timothy Spahr einen neuen Simulator vorgestellt, mit dem sie die Zahl an NEOs unterschiedlicher Größe abschätzten; sie nahmen die Eigenschaften der für die Durchmusterung eingesetzten Teleskope in ihre Berechnungen mit auf; dies erlaubte ihnen zu veranschlagen, wie lange es dauert, diese NEOs zu entdecken. Sie folgerten, daß das Zehnjahresziel der NASA unrealistisch ist und daß es mit den gegenwärtigen Instrumenten bis ins Jahr 2011 dauern wird, um 90 % der NEOs, die größer als ein Kilometer sind, aufzuspüren. Sie stellen fest, daß ihr Simulator bemerkenswert genau beim Abschätzen der Anzahl an NEOs ist, die bisher entdeckt worden sein sollten, nämlich 763. Am Ende schreiben sie, daß mit den heutigen technischen Hilfsmitteln etwa 8 % der NEOs, die größer als ein Kilometer sind, nicht entdeckt werden wird, selbst wenn man die Suche bis 2016 ausdehnt. Es sind weltraumgestützte Teleskope notwendig, um die Aufgabe vollständig zu bewältigen.

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