Messung der Klumpigkeit protoplanetarer Scheiben

Print Friendly, PDF & Email

Weekly Science Update – Übersetzt von Harald Horneff

Ein Röntgenbild, kombiniert mit einem optischen Bild, zeigt junge Sterne im Herzen des Orion-Nebels. Eine neue Infrarot-Untersuchung hat entdeckt, daß die meisten der jungen Sterne sich in ihrer Lichtstärke ändern; bei einigen vermutlich auf Grund von abdunkelnden Klumpen aus Material in einer rotierenden Scheibe. X-ray: NASA / CXC / Penn State / E. Feigelson & K. Getman et al. Optical: NASA / ESA / STScI / M. Robberto et al.

 

Der Prozeß der Sternbildung, einst nur als das einfache Zusammenwachsen von Material unter dem Einfluß der Gravitation vorgestellt, beinhaltet in Wirklichkeit eine komplexe Abfolge von Abschnitten; zum Beispiel sammeln die jüngsten Sterne zirkumstellare Scheiben aus Material (möglicherweise von präplanetarer Natur) an. Für Astronomen war es schwierig, diese frühen Abschnitte zu verstehen, zum Teil deshalb, da sie in Geburtsstätten ablaufen, die sehr stark von Staub verdunkelt werden. Nichtsdestotrotz sind diese Abschnitte fundamental wichtig für ein Verständnis davon, wie unser junges Sonnensystem mit seinen Planeten entstand und sich entwickelte.

Das Spitzer-Weltraum-Teleskop und seine Infrarotkamera IRAC haben es während der letzten Jahre den Astronomen ermöglicht, eine große Zahl an jungen stellaren Objekten (young stellar objects = YSOs) in Wolken aus Gas und Staub, in denen Sterne entstehen, zu entdecken und zu untersuchen. Deren empfindliche Infrarotbilder können einen Großteil des staubigen Schleiers durchdringen und die vielen lichtschwachen Sterne, kalt und rot, präzise anzeigen, die zwischen etwa einem und zehn Millionen Jahre alt sind, oder gelegentlich auch jünger.

In einer neuen Untersuchung zur zeitlichen Änderung von YSOs haben 36 Astronomen mit der IRAC zeitlich aneinandergereihte Beobachtungen (81 Schnappschüsse im Verlauf von 40 Tagen) von YSOs im Orion-Nebel durchgeführt. Sie entdeckten, daß 70% der YSOs, von denen man annimmt, daß sie von Scheiben umgeben werden, sich in der Zeit ändern; die Änderungen fallen in etwa vier Kategorien: periodische, flackernde, irreguläre und eng begrenzte Abschwächungen des Lichtflusses. Die letztgenannten Fälle werden vermutlich durch Klumpen aus Staub in der zirkumstellaren Scheibe verursacht, die zufällig die Sichtlinie zu dem Stern schneiden, während die Scheibe rotiert; die Abschwächungen könnten aber auch die Folge einer Krümmung in der sich drehenden Scheibe sein, falls diese Verbiegung die Sichtlinie kreuzt. Mit zusätzlichen Beobachtungen, einschließlich einiger durch erdgebundene Teleskope, planen die Wissenschaftler, die Natur dieser Klumpen zu bestätigen und zu modellieren sowie gezielt jede der anderen Arten an Änderungen im Einzelfall zu erklären.

Comments are closed, but trackbacks and pingbacks are open.