Sternflecken (Originalartikel vom 15.12.2017)

Print Friendly, PDF & Email

Weekly Science Update – Übersetzt von Harald Horneff

(Originalartikel unter www.cfa.harvard.edu)

Einer der größten Sonnenflecken in den letzten neun Jahren, beobachtet vom Solar Dynamics Observatory der NASA. Ein Bild der Erde ist zum Größenvergleich beigefügt. Mit dem Satellit Kepler haben Astronomen „Sternflecken“ auf 2244 Sternen beschrieben. NASA / SDO

 

Sonnenflecken sind Regionen in der Photosphäre der Sonne, die dunkler als die umliegenden Gebiete erscheinen, da sie gewöhnlich um ein oder zweitausend Grad Celsius kühler sind. Diese Flecken sind zeitlich begrenzte Phänomene, die durch magnetische Aktivität verursacht sind, die wiederum das Ergebnis von Sonnenrotation und komplexer Zirkulation von heißem Gas unter ihrer Oberfläche ist. Diese Flecken werden von solaren Flares, Massenausbrüchen und weiteren dynamischen Phänomenen begleitet. Andere Sterne besitzen gleichartige Regionen, die man als Sternflecken bezeichnet, und es hat einige Vermutungen gegeben, daß die Sonne im Vergleich zu anderen Sternen verhältnismäßig ruhig ist. Für Astronomen, welche die Sonne untersuchen, sind Sternflecken von Interesse, da sie so über die Rotation und Zirkulation des Sterns Informationen erhalten, Einzelheiten, die anderweitig schwer festzustellen sind. Auch wenn Sternflecken viel zu klein sind, um sie mit heutigen Teleskopen direkt abzubilden, können sie aus den Schwankungen des Lichts eines Sterns abgeleitet werden.

Die Astronomin Raphaëlle Haywood vom CfA hat mit zwei Kollegen Archivdaten des Satelliten Kepler untersucht, um einige allgemeine Eigenschaften von Sternflecken aufzuspüren. Kepler’s wichtigstes Ziel war es, Exoplaneten mittels periodischer Änderungen im Sternlicht auf Grund von Transits aufzuspüren, doch seine ständige Überwachung des Sternlichts deckte viele andere kurzzeitige Phänomene, einschließlich der Sternflecken, auf. Aus einem Datensatz von mehr als vierunddreißigtausend Hauptreihensternen wählten die Astronomen 2.244 Sterne mit Rotationsperioden von 9.5 bis 20.5 Tagen aus. Sie konnten das beobachtete Verhalten der Sternflecken in drei Gruppen einteilen, die auf der Lebensdauer der Flecken beruhten und gelangten darüber zu drei wichtigen Schlußfolgerungen. Eine ist, daß unsere Sonne nicht ungewöhnlich ruhig ist. Die anderen besagen, daß größere Sternflecken länger existieren und daß die Sternflecken kühlerer Sterne sich langsamer auflösen. Die Folgerungen stehen mit heutigen Modellen von Sternflecken im Einklang, wobei diese Arbeit die erste groß angelegte Untersuchung dieses Phänomens ist.

Literatur:
„A Kepler Study of Starspot Lifetimes with Respect to Light-Curve Amplitude and Spectral Type“
Helen A. C. Giles, Andrew Collier Cameron and Raphaëlle D. Haywood
Monthly Notices of the Royal Astronomical Society 472, 1618–1627 (2017)

oder unter

arXiv:1707.08583v1 [astro-ph.SR]

Comments are closed, but trackbacks and pingbacks are open.