Supererden

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Weekly Science Update – Übersetzt von Harald Horneff

Ein terrestrischer Planet ist ein Planet, der in dem Sinne erdähnlich ist, daß er etwa 10.000 km im Durchmesser mißt und eine Dichte von etwa 5 g/cm3 (etwa fünfmal die Dichte von Wasser) aufweist, weil er aus Gestein und/oder Metall aufgebaut ist. Merkur, Venus, Erde und Mars sind die terrestrischen Planeten in unserem Sonnensystem, wobei die Erde am größten ist. Aber die Erde ist nicht länger der größte bekannte terrestrische Planet. In den vergangenen Jahren haben Astronomen fünf „Supererden“ – Planeten mit Massen zwischen einer und zehn Erdmassen – um andere Sterne herum entdeckt. Astronomen, die daran arbeiten zu verstehen, wie die Erde sich bildete und ob sie in irgendeiner Art und Weise einzigartig ist, sind von der Möglichkeit begeistert, Supererden zu untersuchen, da dies hilft, konkurrierende Modelle für die Erde auszuschließen. Da es so aussieht, als ob Supererden häufig anzutreffen sind, könnte unser Sonnensystem nur in dem Punkt ungewöhnlich sein, daß es keine Supererde unter den terrestrischen Planeten gibt.

Bisher ist keine Information über den Durchmesser dieser fünf extrasolaren Planeten verfügbar, die am Ende doch keine gesteinshaltigen terrestrischen Planeten sein könnten. Auch sind sich die Wissenschaftler nicht über die Umlaufbahnen dieser Supererden sicher, obwohl es allerdings möglich ist, daß einer von ihnen oder eine bis jetzt noch nicht entdeckte Supererde, in der Leben ermöglichenden Zone um seinen Stern liegt. Dort kann Wasser flüssig und die Temperaturen für das Leben angenehm sein. Auf der Erde gibt es Plattentektonik und es ist vorgeschlagen worden, daß diese Aktivität für die Entwicklung von Leben auf der Erde erforderlich war. Daß Plattentektonik auf Supererden unausweichlich ist, schlagen nun drei Astronomen vor.

Die Wissenschaftler untersuchten die Struktur der Erdoberfläche, ihre Materialbelastung, den Wärmefluß und weitere Parameter, die die Plattentektonik beeinflußen. Das Ungewöhnliche an ihrer Arbeit ist, daß sie feststellen, wie diese verschiedenen Prozesse von der Masse des Planeten abhängen. Sie folgern, daß Plattentektonik in massereicheren terrestrischen Planeten vermutlich viel dynamischer ist; im Gegenzug schließen sie, daß die kleinere Masse der Grund ist, weshalb Merkur und Mars keine Plattentektonik zeigen. Wenn Supererden gemeinhin Plattentektonik aufweisen, würde jede Supererde, die in einer habitablen Zone liegt, ein besonders attraktives Ziel für Untersuchungen sein.

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