Wie süß es ist

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Weekly Science Update – Übersetzt von Harald Horneff

Ein Falschfarbenbild im Infraroten der Sternentstehungsregion im Sternbild Ophiuchus. Neuere Beobachtungen haben in dieser Region den einfachen Zucker Glykolaldehyd um einen der lichtschwachen, jungen rötlichen Protosterne nachgewiesen. NASA – WISE

 

Astronomen haben etwa 180 Moleküle im interstellaren Raum entdeckt, vom einfach gebauten Kohlenmonoxid (ein Atom Kohlenstoff und ein Atom Sauerstoff) bis zu komplexen Teilchen wie Buckminsterfulleren (sechzig Atome Kohlenstoff) oder Anthracen (vierzehn Atome Kohlenstoff und zehn Atome Wasserstoff). Diese Verbindungen werden in einer Vielzahl an Umgebungen in der Galaxis gefunden und im Prinzip können sie die Grundlage für die spätere Produktion der Moleküle bilden, die für das Leben unabdingbar sind.

Jedoch ist die Suche nach mit Leben verbundenen Molekülen, wie zum Beispiel einfache Zucker, wenig erfolgreich gewesen. Der einfachste Zucker ist Glykolaldehyd (HCOCH2OH). Er ist bisher an nur zwei außergewöhnlichen Orten entdeckt worden: eine massereiche dichte Molekülwolke unweit des galaktischen Zentrums und einem dichten Kern aus Gas und Staub, der massereiche Sterne bildet. Glykolaldehyd ist nicht einmal in Kometen des Sonnensystems gefunden worden, von denen man vermutet, eine Auswahl an Material zu enthalten, das aus der Zeit zu Beginn des solaren Nebel datiert.

Eine in der Ausgabe #757 der Astrophysical Journal Letters veröffentlichte neue Arbeit berichtet von der Entdeckung des Glykolaldehyds unter den Stoffen rund um einen sich entwickelnden Stern mit ungefähr einer Sonnenmasse. Tyler Bourke vom CfA und weitere fünf Astronomen beobachteten mit dem neuen Atacama Large Millimeter Array (ALMA) in Chile den Protostern IRAS 16293-2422, der etwa 400 Lichtjahre entfernt liegt. Die Gruppe entdeckte im Spektrum 13 verschiedene Linien, die für dieses Molekül charakteristisch sind und ihre weitere Untersuchung zeigte, daß das Gas warm (etwa 200 -300 Kelvin) und vermutlich Teil einer großen Materialansammlung ist, die in Richtung des Sterns strömt, während er wächst und ein Planetensystem entwickelt. Obwohl der oder die genauen Mechanismen, die den Glykolaldehyd hervorbringen, ungewiß sind, helfen die neuen Resultate zu bestätigen, daß mit Leben in Verbindung gebrachte Moleküle in der gewöhnlichen Umgebung um junge Sterne von Sonnenmasse vorkommen. Die Gruppe hebt zudem hervor, daß ALMA es Astronomen ermöglichen wird, diesen Zucker an anderen Orten zu untersuchen und nun beginnt, eine umfassendere Geschichte darüber zu er-zählen, wie sich die auf der Erde zu findende, reiche Chemie entwickelte.

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