Was bestimmt die Intensität eines solaren Flares?

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Weekly Science Update – Übersetzt von Harald Horneff

Die Sonnenkorona ist die ausgedehnte, gasförmige äußere Atmosphäre der Sonne. Die Korona ist sehr heiß (über eine Million Kelvin) und Bewegungen ihres heißen Gases erzeugen verdrillte Magnetfelder, die sich durch die Sonnenatmosphäre nach oben erstrecken. Wenn die schleifenförmigen Felder plötzlich wie gedehnte Gummibänder reißen, können sie koronale Ausbrüche und Flares antreiben sowie geladene Teilchen mit zerstörerischen Folgen in Richtung Erde ausstoßen. Wissenschaftler versuchen seit langem, diese solaren Flares besser zu verstehen und nach Möglichkeit auch vorherzusagen.

Im Astrophysical Journal der letzten Woche beschreiben fünf Astronomen einen neuen Ansatz für das Problem und erhalten einige wichtige Schlußfolgerungen. Das Team untersuchte die mit Satellitendaten gewonnenen Spektren, darunter Röntgen-, ultraviolette und optische Strahlung, von 31 solaren Flares. Sie werteten 18 dieser Ereignisse in allen Einzelheiten aus, indem sie die Intensitäten dieser Flares bestimmten und mit sechs Schlüsselparametern in Beziehung setzten, die das Magnetfeld, darunter die Magnetfeldstärke und das Maß seiner Verdrillung, abbilden.

Die Wissenschaftler schreiben, daß eine Menge Energie durch das verdrillte Feld gespeichert ist, so wie man in einem gedehnten Gummiband Energie durch die Dehnung speichern kann. Durch den statistischen Vergleich ganz unterschiedlicher Einflußgrößen mit der Stärke des Flares finden sie klare Beweise, daß die Intensität eines Flares nicht von der Gesamtmenge an Feldenergie abhängt, wie oft vermutet wurde, sondern ganz spezifisch von der Menge an Energie, die von den verdrillten Feldern freigesetzt wird. Diese Ergebnisse sind nicht nur deshalb von Bedeutung, weil sie helfen zu erkennen, was die Intensität eines solaren Flares bestimmt, sondern auch weil sie besagen, daß die Vorhersage der Stärke eines Flares viel schwieriger ist als erwartet: auch wenn die Gesamtenergie des Feldes gemessen werden kann, ist die Menge der freigesetzten Energie durch das verdrillte Feld sehr viel schwieriger zu bestimmen.

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